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Fünf vor Meer

Weiter geht es auf der Grande Sâone. Nachdem auch hier die Anleger nicht unbedingt tief sind Penicheund es gerade aus Kübeln schüttet, nehmen wir das Angebot eines Penichebesitzers, der uns freundlich herwinkt, gerne an und gehen längsseits.
Prompt schmeißt Alain den Griller an und er und Hélène tischen ordentlich auf. Seit 13 Jahren liegen sie an diesem Platz, in einem Monat muss das 40 m lange Schiff bewegt werden. Wir sind auch bewegt von soviel Gastfreundschaft.

Nach einem langen Abend, bei dem wir uns durch unsere und vor allem Alains Bootsbar gekostet haben, geht es am nächsten Morgen Richtung Lyon, wo uns Clemens und Nicole verlassen, um die Heimreise anzutreten. Sie sind länger geblieben, als sie eigentlich vorhatten - was wir als gutes Zeichesn werten, dass Serenity ein angenehmer Ort zu sein scheint. Danke und à bientôt!

Rhone und Saone bei Lyon
Zusammenfluss von Rhône und Saône bei Lyon
AKW Cruas
AKW Cruas

Weiter geht es zu zweit. Die Sâone mündet bei Lyon in die Rhône und das Wasser ist plötzlich grün-blau. Der Fluß wird breiter und die Schleusen größer. Ein paar Schleusen flussabwärts lernen wir uns einen bis dahin noch nicht bekannten Grund für das Aufsitzen mit dem Kiel kennen: Hochwasser, so zynisch es klingt. Nämlich das Hochwasser eines einmündenden Nebenflußes, der Isère, welcher wohl richtig viel Schlamm mitgebracht hat. Völlig unerwarteterweise sitzen wir mitten in der Hafeneinfahrt von Cruas, gelegen direkt bei dem idyllischen Atomkraftwerk gleichen Namens, fest. Beherzt, mittlerweile mit Routine und der Hilfe etlicher interessierter Zuschauer gelingt es uns, Serenity aus dem Schlamm und an den ersten Steg zu winschen. Nicht ohne das obligatorische Skipperbad, um die Leine den Helfern ans Land zu bringen. Der Hafenkapitän möchte gar nicht glauben, dass unsere 1,45 m zu tief für seine Hafeneinfahrt sind und lässt uns die Nacht gratis liegen - inklusive Skipperdusche. Wir sind nun unserem großen Ziel, einmal in jedem Gewässer der Erde auf Grund gelaufen zu sein, ein Schritt näher gekommen. Vielleicht sollten wir auf Luftkissenboot umsatteln.

Um 6 Uhr früh überfahren wir mit gewagtem Manöver die Sandbarre in der Hafeneinfahrt und machen uns auf den Weg zur höchsten Schleuse BolleneSchleuse Europas: die Bollène mit 22,5 m Hub! Wir schleusen heute immer mit demselbem Franzosen, der einhand sein kleines Segelboot ebenfalls mit gelegtem Mast Richtung Meer schippert. Sein immer wieder aussetzender Motor nimmt ihm nicht die Freude über die 7 - 8 Beaufort, die uns die Rhonewellen Richtung Meer reiten lassen. Schon erstaunlich, welche Welle sich bei genug Wind in einem Fluß aufbauen. Dem gut gelaunten Schleusenkollegen begegnen wir dann später im Salzwasser mit gestelltem Mast wieder.

ArlesWir übernachten in Arles unter einer Autobahnbrücke direkt im Stadtzentrum, festgemacht an 2 Ringen, gut gefendert an einer fiesen Spundwand. Beim Anlegen werHebebrückeden wir schon mit einem "Seavas" begrüßt. Liegt da doch nicht ein Stahlboot namens Rosinante mit Heimathafen Grieskirchen.

Am nächsten Tag und ein paar Atomkraftwerke und 3 Stunden Flußfahrt weiter, steht die letzte Schleusung an. Etwas verwirrt uns die letzte Schleuse, die Süß- und Salzwasser und uns von Port Saint Louis trennt. Verwirrt von der fehlenden Angabe des Hubs und vor der Warnung vor der möglichen starken Strömung in der Schleuse, bereiten wir lieber die langen Leinen vor - nur so zur Sicherheit. Als der Schleusenvorgang nach satten 3 cm schon zu Ende ist, aber dennoch eine gute Stunde dauerte, deutlich länger als die Bollène vom Vortag, packen wir verschämt die lange Leine wieder ein. Die Zugbrücke hebt sich und wir fahren ins Meer!

Nun geht's ans Eingemachte: Serenity soll wieder ein Segelboot werden. Mast rauf, Segel ran, los geht's. So geht's zumindest bei der Jolle. Aber hier Wanten, Stage, Furlex, Verkabelung, Antennen - alles größer, alles mehr. Erstaunlich schnell haben wir aber eine Werft zum Maststellen gefunden und uns sortiert. Vier Uhr nachmittags: der Mast steht! Bis spät in die Nacht und am nächsten Vormittag dauert es aber, Serenity fertig herzurichten. Segel anschlagen, Elektrik verkabeln, Wanten nachspannen, Sprayhood, Schoten, Fallen, Blöcke finden, zuordnen und montieren. Wie immer dauert alles länger als geplant.

Mast vorbereitenMast stellen

 

 

Mittwoch mittags beginnt endlich der Segelurlaub. Nach über 3 Wochen Flußfahrt ist die Weite zuerst ungewohnt, aber befreiend.

Segler vor Frachter im Golf de Fos

Hätte uns vor 1 Monat der Verkehr und die Betonnung im Golfe de Fos noch Nerven gekostet, steuern wir nun gemütlich zwischen gewaltigen Frachtschiffen mittendurch und bereiten das Segelsetzen vor.

Gutmütige 3 - 4 Beaufort Südwestwind treiben uns auf raumem Kurs an Marseille vorbei. Wir übernachten vor Anker in der Calanque de Martigou und glauben immer noch daran, in 3 Tagen in Italien zu sein.

TGV Brücken bei Avignon
La Tour de l'Hers
1. Schleuse auf der Rhône
Tour Philippe le Bel
Frachterbegegnung im Golfe de Fos
Wrack - Untiefe im Golfe de Fos
An der Saône in Lyon
Früher Morgen in Arles

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